Die Kräutermischung

Kräutermischung/Synthetische Cannabinoide

Die Stoffe

Spice - Die Mutter aller Räuchermischungen
Spice – Die Mutter aller Räuchermischungen

Bei Räuchermischungen handelt es sich um eine Komposition von unterschiedlichen pflanzlichen Kräutern und (des Öfteren) synthetischen Cannabinoiden (künstliches THC). Meist werden sie in kleinen Wiederverschließbaren Tüten aus Metallfolie mit einem Gewicht von 1 – 3 G im Internet oder in Headshops zu einem Preis von ca. 19-35 EUR zum Verkauf angeboten. Nach Angaben des Herstellers sind Räuchermischungen (verkürzung RM) allein zur Aromatiesierung von Räumen angedacht (vergleichbar zu Räucherstäbchen oder als “Auto Duft”). Raucher_innen rauchen sie demgegenüber meist in Pfeifen, Joints, Bongs oder Vaporizern, die orale Einnahme jedoch ist weniger üblich. Die erste und auch prominenteste Räuchermischung ist SPICE & SPICE GOLD, dies sind die Mütter aller RM´s die daraufhin auf den Absatzmarkt kamen.

Das Aufgebot von Räuchermischungen ist gegenwärtig überaus üppig. Die gegenwärtig berühmtesten Artikel auf dem Marktgebiet sind: Jamacain Gold Extreme, Monkey go bananas, Hammer Head, Yama, Maya, CM21, OMG, Sweed und Space.

Laboruntersuchungen verschiedener RM´s haben gezeigt, dass die Reaktion vor allem durch die Beimengung künstlicher Cannabinoide hervorgerufen wird, die wahrscheinlich auf das Kräutergemenge (Damiana) aufgesprüht werden. Sie schnüren gegenseitig (meistens) an Cannabinoid-Rezeptoren im Hirn und lösen einen Zustand aus der ähnlich mit Cannabis ist. Momentan sind über 50 künstliche Cannabinoide weit verbreitet; sie lassen sich in 7 Hauptkatogorien aufgliedern:

  • Naphthoylindole (etwa JWH-018, JWH-073 und JWH-398)
  • Naphthylmethylindole
  • Naphthoylpyrrole
  • Naphthylmethylindene
  • Phenylacetylindole (d. h. Benzoylindole, wie JWH-250)
  • Cyclohexylphenole (z. B. CP 47,497 und Homologe von CP 47,497)
  • Klassische Cannabinoide (z. B. HU-210)

Ausgewählte synthetische Cannabinoide haben eine höhere pharmakologische Potenz (größere Reaktion) ebenso wie längere Halbwertzeiten (längere Wirkung) als natürliches Cannabis.

In letzter Zeit tauchten synthetische Cannabinoide auf dem Markt auf, die von ihrer chemischen Struktur her ungewöhnlich sind und im Kopf alternativ wirken als bis dato bekannte natürliche und auch synthetische Cannabinoide.

Es besteht die Möglichkeit, dass in bisher keinesfalls analysierten Räuchermischungen noch variable künstliche Cannabinoide oder auch weitere Research Chemicals enthalten sind, deren Effekte fast nicht abschätzbar sind.

Wirkung

Jamaican Gold Extreme RäuchermischungDie Wirkung von Kräutermischungen mit synthetischen Cannabinoiden wird von Abnehmer_innen überwiegend ähnlich der von Cannabis beschrieben. Dabei verändern die Erfahrungen sehr stark. Häufig wird der eigentliche Zustand des “High seins” erklärt. Weitere Auswirkungen sind: Zufriedenheit, Entspannung, ein genüssliches oder wärmendes Grundgefühl und/oder ein anderes Zeitgefühl. Diverse Verbraucher_innen berichten außerdem von leichten Halluzinationen. Stellenweise finden sich auch Nachrichten über anregende oder antreibende Wirkungen.

Benutzer reportieren von einer Dauer der Wirkung von 3-5 std., in Ausnahmefällen auch etwas länger.

Nachweis

Im Großen und Ganzen sind alle bisher bekannten künstlichen Cannabinoide in Blut und Harn nachweisbar – jedoch nur wenn mithilfe zur Zeit äußerst großem Anstrengung gezielt danach gesucht wird. Dies erfolgt bisherig nur in spezialisierten Laboren.
Nachweis in Blut sowie Urin: nach Einzeldosis bis zu mehreren Kalendertagen, bei Dauerrauchern diverse Wochen bis Monate.

Die Nachweiszeiten sind ungemein stark abhängig vom verwendeten Cannabinoid. Sehr lange überprüfbar sind beispielsweise JWH-122 und JWH-210 ( Dauerkonsum).

Es liegen diverse Schnelltests (Harn), die den Verbrauch künstlicher Cannabinoide aufspüren können. Sie testen auf die Metabolite (Stoffwechselprodukte) von JWH-018 und JWH-073. Des Weiteren besteht bei einigen Verfahren eine analytische Besonderheit auf die Metabolite von JWH-081, JWH-200, JWH-250, AM-2201, RCS-4.
Nach der Aussage von Herstellerangaben liegen inzwischen noch keine Evaluationsdaten vor, ob auch der Verbrauch weiterer künstlicher Cannabinoide zu einem positiven Ergebnis führt. Dies kann folglich keineswegs ausgeschlossen werden.

Kurzzeit Effekt

Es mag zu Brechreiz & Brechen, Kopfschmerzen, Schweißausbrüchen, Streitlust, Angstzuständen, depressiven Verstimmungen, Bewusstlosigkeit, Kreislaufproblemen, Herzrasen sowie Herzrhythmusstörungen kommen. Bei wiederholtem und starken Verbrauch wird auch von Gleichgewichtsstörungen geredet.

Es sind Fälle bekannt, bei denen Raucher_innen nach dem Konsum von einer Kräutermischung auf Grund ihrer Beschwerden ins Hospital eingeliefert werden mussten. Neben den oben genannten Auswirkungen kam es zum Teil zu akuten psychotischen Zuständen. Als übrige, für Cannabiskonsum eher ungewöhnliche Symptome wurde beobachtet: Krampfanfälle, Kaliummangel, Hypertonie (hoher Blutdruck), starke Übelkeit/heftiges und langandauerndes Brechen, Agitation (krankhafte Unruhe), gewalttätiges Verhalten, Koma

Langzeitnebenwirkungen

Unseres Wissens gibt es wenig Informationen zu Langzeitfolgen. Beim Qualmen genauer beim Verbrennungsprozess entstehen krebserregende oder auch krebsfördernde Inhaltsstoffe.

Wie bei jeder weiteren Stoffen besteht das Risiko, eine psychische Abhängigkeit zu entwickeln. Teilweise wird auch von Entzugserscheinungen nach dem Abgewöhnen des Konsums geschrieben. Inwieweit diese körperlich oder seelisch sein müssen sind, ist uns in keinster Weise bekannt.

Gesetz

Die rechtliche Sachlage künstlicher Cannabinoide ändert sich andauernd. Ins BtMG werden (bis heute) keine Stoffgruppen, sondern nur einzelne Wirkstoffe/Substanzen aufgenommen. Kaum wird ein synthetisches Cannabinoid ins BtMG aufgenommen oder vom Sachverständigenausschuss für Narkosemittel zur Aufnahme ins BtMG empfohlen, taucht ein neues auf. Dabei reicht oft eine winzige Abänderung in der Molekülstruktur aus, um ein Verbot zu umgehen. An dieser Stelle eine Übersicht:

In unseren BtMG bereits enthalten:

JWH-018 (II) JWH-073 (II) JWH-019 (II)

CP-47,497-C6 (II) CP-47,497 (II) CP-47,497-C8 (II) CP-47,497-C9 (II)

AB-001 (Adamantyl-Derivat von JWH 018)
AKB-48, AKB-48F

 

AM-694, AM-1220, AM-1220-Azepan, AM-2201, AM-2232, AM-2233

JWH-007, JWH-015, JWH-081, JWH-122, JWH-200, JWH-203, JWH-210, JWH-250, JWH-251, JWH-307

5-Fluorpentyl-JWH-122 (MAM-2201)

RCS-4, RCS-4 ortho-Isomer (o-RCS-4)

UR-144, 5-Fluor-UR-144

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